Airliner landen in Oppingen
Zwei Tage mischte der "Airport Graspiste" vor den Toren Oppingens im internationalen Flugbetrieb mit. Die großen Airliner zeigten Start-, Lande- und Flugvorführungen. Allerdings: Es ging um Modellflugzeuge.
Die Fliegergruppe Gingen veranstaltete am Samstag (9.7.) und Sonntag (10.7.) auf ihrem Fluggelände nahe Oppingen ihr erstes "Internationales Airlinertreffen" für Modellflugzeuge - die Resonanz war überwältigend. In den vergangenen Jahren hatte sich das bisherige Modellflugfestival der Gingener auch schon zum Publikumsmagneten entwickelt. Nun, beim Airlinertreff, ging es noch professioneller zu. Künftig soll diese besondere Flugschau alle zwei Jahre stattfinden - als das europaweit größte Treffen von Modell-Airlinern. Vor allem am Sonntag wurden die Veranstalter regelrecht von Besuchern überrannt; nur mit Mühe konnten sie genügend Nachschub an Essen und Trinken organisieren.
An den beiden Flugtagen starteten über die Graspiste der Albhochfläche 35 Airliner-Piloten aus ganz Europa mit 25 Airlinern und einigen Showflugzeugen. Selbst aus Russland war ein Pilot mit seiner Tupolev am Start. Dazu gesellten sich zehn Flugzeuge für Show- und Kunstflug und zwei Hubschrauber.
Zuschauer, die aus alter Erfahrung wegen des Fluglärms Ohrstöpsel mitbrachten, wurden eines Besseren belehrt. Von lautem Motorengedröhne keine Spur. Es klang eher nach einem angenehmen Surren, Pfeifen oder Zischen. Auch beim Modellflug hat Elektrotechnik Einzug gehalten.
Die Airliner sind die "Könige der Lüfte" und alles andere als die Modelle, die jeder Modellbaufreund im Fachgeschäft kaufen und als Schnellbausatz innerhalb weniger Stunden zusammenbauen kann. Zudem sind sie nichts für kleine Geldbeutel. Ungefähr 2000 Arbeitsstunden haben die Bastler zum Beispiel in die großen, detailgetreuen Lufthansamaschinen mit ihren Flügelspannweiten bis zu vier Metern investiert. Eine Concorde und ein Airbus 340 waren eine besondere Schau. Eine Meisterleistung war es auch, als zeitgleich drei große Lufthansamaschinen der Serie "Super Constellation" zu ihrem Rundflug abhoben. In Formation ging es in Schleifen über die Köpfe der Besucher hinweg. Der Airbus A 380 konnte leider nicht teilnehmen.
Damit jeder Gast wusste, was sich gerade am Himmel und am Boden abspielte, informierte darüber live aus dem "Tower" Jo Nüsseler und Jochen Fries. Für das Programm war Adalbert Pitz zuständig, selbst ein eingefleischter Modell-Airliner-Pilot. Selbst er kam ins Schwärmen, als die feurig rote "Futura", ein Zweckmodell für Kunstflug mit Turbinenantrieb, rücklings mit 330 Stundenkilometern in gerade mal einem Meter Höhe über die Piste fegte.
Die Fliegergruppe Gingen sorgte an beiden Tagen mit etwa 60 Personen für einen reibungslosen Ablauf bei Start und Landung und im "Flughafen-Catering" für Speis und Trank. Für Kinder bot ein Rahmenprogramm Bonbonabwurf aus dem Modellflieger, Hüpfburg, Popcorn und Eisstand.
Am Samstag gab es bei Einbruch der Dunkelheit noch ein besonderes Spektakel. Zwar musste wetterbedingt das Ballonglühen ausfallen, dafür wurde wie geplant ein knapp 15-minütiges Höhenfeuerwerk abgebrannt.
Airlinertreffen | Modellflugfestival
Die Fliegergruppe Gingen veranstaltet jedes Jahr im Sommer abwechselnd das internationale Airlinertreffen und das Modellflugfestival. Beim Airlinertreffen werden außergewöhnliche Großmodelle bis hin zur Concorde und zur Boeing 747 gezeigt. Geflogen und erbaut werden die Modelle von internationalen Top-Piloten. Das Modellflugfestival steht im Zeichen der Faszination des Modellflugsports und legt den Schwerpunkt auf Schaummodelle, mit denen Anfängern ein indealer Einstieg ermöglicht wird. Profis zeigen bei Spaßwettbewerben und Vorführungen, was man aus den Modellen herausholen kann.
Bei beiden Veranstaltungen werden Teilnehmer und Zuschauer von der bekannt guten Küche auf dem Oppinger Flugplatz bestens versorgt.


